Geschichte - Feldjägerstein Eberswalde

Friedrich II. Der Große
Friedrich II. Der Große

Denkmal für das Reitende Feldjäger-Corps und die gefallenen Feldjäger in Eberswalde

 

Das „Reitende Feldjäger-Corps“ in Preußen ist unauflöslich mit dem Regierungsantritt Friedrich des Großen verknüpft. Er stellte bei den Vorbereitungen und Planungen des zur Eroberung Schlesiens bevorstehenden Feldzuges, zur Erkundung genauer Ortskenntnisse und eines reibungslos funktionierenden Meldewesens, eine Spezialeinheit auf.

Dazu wollte er „treue Leute von gutem Verstande“, als Kolonnenführer, Kurierjäger, Furierjäger und Leibjäger haben.

Eine solche Einheit musste erst geschaffen werden. Gesucht wurden daher junge Leute, die an ein Leben in Wald und Feld gewöhnt waren, über einer guten Orientierungssinn verfügten und die Fähigkeiten zum Spuren lesen erworben hatten. Zudem mussten sie, wegen des vorwiegend selbständigen Einsatzes besonders zuverlässig sein. Darüber hinaus sollten sie noch den Vorzug haben, im Umgang mit Waffen vertraut zu sein und größtenteils bereits über die erforderliche Ausrüstung zu verfügen.

Nachdem der König sich aus diesen Gründen wiederholt für die Heranziehung seiner Jäger zur Wahrnehmung der neuen Aufgaben ausgesprochen hatte, befahl er, durch „Allerhöchste Kabinettsorder“ (AKO) vom 24. November 1740, die Aufstellung einer als „Jäger-Corps zu Pferde“ bezeichneten neuen Truppengattung.

Die schließlich bis 1919 unter sieben preußischen Königen bestehend – sich im Krieg und Frieden stets bewährend - in Ehren bestanden hat. Bis sie nach verlorenem Kriege durch kriegsministerielle Verfügung zum 1. Oktober 1919 als das „Reitende-Feldjäger-Corps“ (RFC) aufgelöst wurde. Damit hatte die „viertälteste Truppengattung“ der preußischen Armee aufgehört zu existieren.


Doch noch ehe die Auflösung des Reitenden Feldjäger-Corps ausgesprochen war, gingen alte und junge Feldjäger daran, auf der Basis bereits vorhandener Strukturen eine „Feldjägergesellschaft“, heute „Feldjägerverein e.V.“, zu gründen. Deren erster Vorsitzender Dr. Reinhold Schmalz war. Dabei stellte der Vorsitzende u.a. zwei Aufgaben heraus, deren sich der Verein annehmen müsse:

Eine Erinnerungsstätte für die gefallenen Feldjäger, sowie für das Reitende Feldjäger-Corps selbst zu errichten und die RFC-Geschichte fortzuschreiben.

Und so wurde auf dem Waldfriedhof in Eberswalde ein „Feldjägerstein“ als Denkmal errichtet und am 24. November 1922 eingeweiht.

Ein Findling aus märkischem Walde fand sich, kaum 150 Meter vom Denkmalsplatz entfernt. Gekrönt von einem sterbenden Adler. Die Lichter verhangen und die Fänge in den Stein gekrampft. Darunter die goldene Inschrift „Das Reitende Feldjäger-Korps, 1740-1919, seinen Gefallenen“ und unter dem Namenszuge – am Fuße der Ausspruch Moltkes über die Dienste der Feldjäger im Kriege „Wenn man einem Feldjäger einen Befehl übergeben hatte, war man sicher“.

Auf der steinernen Brüstung waren die Namen der 46 Feldjäger eingraviert. Im Weltkrieg 1914/18 waren 22 Feldjäger gefallen. Zu den weiteren Feldjägern finden sich nur wenige Hinweise.

Eberswalde Feldjägergedenkstein
  Inzwischen hat ein weiterer Weltkrieg in Europa gewütet. Der Stein wurde von der sowjetischen Soldateska mutwillig beschädigt. Von Angehörigen der "Akademischen Feldjäger" aus Göttingen vom Wildwuchs befreit und restauriert, war er am 24. November 1990 - beim Gedenken der Angehörigen des "Feldjägervereins e.V." - Mittelpunkt der 250 Jahrfeier."