Feldjägerstein Stiftungsurkunde:

Feldjägerstein Urkunde Feldjägerkameradschaft
Stiftungsurkunde

"In Erinnerung an Friedrich den Großen und seine Feldjäger, deren militärische Tradition die Feldjägertruppe der Bundeswehr weiterführt, stiftet die "Kameradschaft der Feldjäger e.V." aus Anlaß der 250. Wiederkehr der Gründung einen Feldjägerstein.

Errichtet im Sonnenhof der Generaloberst Beck-Kaserne wird der Stein in die Obhut der Feldjägertruppe der Bundeswehr gegeben."


Sonthofen, 25. Okt. 1990

Für die Kameradschaft der Feldjäger
gez. Böckle, Oberstleutnant a.D., 1. Vorsitzender

Für die Feldjägertruppe
Diez, Oberst, Inspizient der Feldjägertruppe

Feldjägerstein 1990
250-Jahr-Feier anno 1990 in Sonthofen

 

Seither zierte der steinerne Koloss bei Veranstaltungen der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Sonthofen die Kulisse des Sonnenhofes in der Generaloberst Beck-Kaserne und steht hier für die Soldaten seit fast 20 Jahren als Wahrzeichen und Gedenkstein für die Tradition der Feldjäger seit dem Jahre 1740.

 

Damals (1990) wurde die Finanzierung und Setzung des Steins ermöglicht durch einen bundesweiten Spendenaufruf und Sachspenden des heimischen Grüntensteinwerks und der Firma Buderus, die den Gardestern aus Bronze goß. So konnte der Feldjägerstein am 25.10.1990 bei der feierlichen Enthüllung der Feldjägertruppe übergeben werden.

 

Pressemeldung 1990
Presseartikel 1990

Pressenotiz 1990: 

Die Feldäger schauen auf 250 jährige Tradition zurück

"Wenn die Armee in fembden Landen kommet..."

Die Feldäger schauen auf 250 jährige Tradition zurück

Sonthofen/Bonn (dibu).
„Lieber Getreuer: Da ich ein Corps von Meiner Armee nächstens marschieren zu lassen gesonnen bin, bei solchem aber ein Capitaine de Guides mit erfordert wird, dessen Function ist, wenn die Armee in frembden Landen kommet und marschiret, vor gute Wegweysers zu sorgen und solche an die Hand zu haben...“ Dies schrieb im Jahr 1740 Preußenkönig Friedrich II. an den Aufseher des Potsdamer Jägerhofes, Joachim Schenck. Für die Feldjäger der Bundeswehr Grund und Quelle genug, eine Traditionslinie aufzubauen, die in diese Zeit zurückreicht: In diesen Wochen feiert die Militärpolizei ihr 250jähriges Bestehen; in Sonthofen wurde an der „Schule für Feldjäger und Stabsdienst“ das Jubiläum mit einem Großen Zapfenstreich und einem Empfang für Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft gefeiert.
Zu Zeiten des Alten Fritz bestand das erste Feldjägercorps aus 80 gut ausgebildeten Offizieren, unter ihnen überwiegend Forstmeister. Heute dürfte der Anteil von Forstmeistern recht gering sein, dafür hat sich die Feldjägertruppe aber stattlich vergrößert: 5000 Mann leisten jetzt im Zeichen des „Schwarzen-Adler-Ordens“ ihren Dienst. Jeder Militärpolizist trägt stolz dieses Zeichen an seinem Barett.
Eine ständig, auch zu Friedenszeiten präsente Militärpolizei gibt es auf deutschem Boden erst seit Aufstellung der Bundeswehr. Während früher die Dienste der Feldjäger immer noch zu Kriegszeiten benötigt wurden, wurde wohl unter dem Einfluß der Alliierten, die in ihren Streitkräften stets über Militärpolizei verfügten, dieses Prinzip 1956 übernommen.
Feldjäger, die dienstliche Erfahrungen auch heute noch in enger Zusammenarbeit mit den Alliierten sammeln - man denke an die feldpolizeiliche Organisation gemeinsamer Übungen - stehen ebenfalls im engen Kontakt mit zivilen Einrichtungen auf Kreis- und Gemeindeebene. Dies bleibt nicht aus, wenn es z.B. darum geht, Soldaten, die sich dem Wehrdienst eigenmächtig entziehen, aufzufinden. Die Feldjäger in den rund um die Uhr besetzten Kommando sind aber auch stolz darauf, daß ihre Truppe es sich als eine der wenigen Truppengattungen zugute halten kann, bereits im Frieden einen wesentlichen Teil ihres Einsatzauftrages zu erfüllen. Zum Beispiel auch beim Personenschutz: Das Reagieren und Handeln muß bei diesen Soldaten nicht erst simuliert werden.
Noch einmal Grundsätzliches: Feldjäger dienen der militärischen Führung unmittelbar. Sie sind dabei in Ausübung ihres Dienstes Vorgesetzte fast aller Soldaten der Bundeswehr - mit Ausnahme ihrer eigenen Chefs, Kommandeure und Befehlshaber. Diese Tatsache setzt natürlich bei der Personalauswahl hohe Schranken. Denn beispielhafte Pflichterfüllung und Haltung, gepaart mit einer Vorbildfunktion für alle Soldaten, kann man nicht nur lernen - Charaktereigenschaften sind also äußerst wichtig.

Bildunterschrift:
Auf dem Gelände der „Schule für Feldjäger und Stabsdienst“ erinnert dieser mächtige Brocken an die jahrhundertalte Tradition der deutschen Militärpolizei. Die „Kameradschaft der Feldjäger e.V.“ hatte ihn anläßlich des 250jährigen Jubiläums gestiftet."